Gemeinde Munderfing
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Zukunftsprojekte am Start

2016 haben wir das Munderfinger ZUKUNFTSPROFIL im Gemeinderat beschlossen. Diese Leitlinie für unsere Gemeindeentwicklung der nächsten zehn Jahre wurde unter Mitwirkung vieler Munderfingerinnen und Munderfinger erarbeitet. Wir haben dort die Leitsätze zu wichtigen Zukunftsthemen formuliert, an denen wir uns orientieren werden. Es wurden Ziele definiert, die wir erreichen wollen. Wir haben dort vor allem aber auch jene Leitprojekte festgelegt, die nun zur Erreichung dieser Ziele realisiert werden sollen.

2017 wird das Jahr, in dem wir an die Umsetzung vieler dieser Projekte gehen. Viele von ihnen stehen in einem engen Zusammenhang zueinander. Sie können darum nicht isoliert voneinander behandelt werden. Daher starten wir jetzt einen Erarbeitungs-Prozess, der die zahlreichen Schnittstellen zwischen ihnen berücksichtigt. Einen Prozess, der in entscheidenden Phasen Ihre Mitwirkung brauchen wird: Sie als Bürgerinnen und Bürger sind die Experten dafür, was es in unserer Gemeinde braucht und Sie kennen die Lösungen für viele Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Ein erstes Leitprojekt widmet sich daher sozusagen der Entwicklung eines „Betriebssystems“ für unsere Gemeinde.

 

Munderfinger Bürgerbeteiligungs-Modell

Kern dieses Betriebssystems ist die noch stärkere Einbindung der MunderfingerInnen in die Entscheidungsfindungs-Prozesse der Gemeinde, in die Entwicklung von Projekten und in deren Umsetzung. In einer Bürgerbeteiligungs-Leitlinie sollen bis Ende des Jahres wichtige Rahmenbedingungen, Strukturen und Vorgehensweisen beschrieben werden, auf deren Grundlage Bürgerbeteiligung in Munderfing zukünftig geschehen soll.

Dieses Modell wird auf die Munderfinger Situation zugeschnitten. Dennoch braucht man dieses Rad nicht völlig neu zu erfinden: Erfolgreiche Modelle in einigen österreichischen und deutschen Gemeinden werden als Orientierungshilfe dienen.

Auf Gemeindeebene noch kaum untersucht ist jedoch das an anderer Stelle schon erfolgreich eingesetzte Entscheidungsfindungs-Prinzip „Systemisches Konsensieren“. Die Agenda 21 Oberösterreich fördert daher die Erarbeitung von Anwendungsmöglichkeiten für dieses Prinzip in Munderfing als innovatives Modellprojekt.

Erfolgreiche Bürgerbeteiligungs- Prozesse sind aber nicht denkbar ohne vielseitig kompetente, lern- und gestaltungsfreudige Beteiligte – was direkt zum nächsten Leitprojekt überleitet:

LernOrt(e) Munderfing

Wichtige Grundlagen jeder Entwicklung – sei es auf persönlicher oder auf Gemeinde-Ebene – sind Bildung, Neugier und die Freude am lebenslangen Lernen und Forschen. Schulen und vorschulische Kinderbetreuungs-Einrichtung mit einem hohen Qualitätsanspruch, wie wir sie in Munderfing haben, sind ein Schlüssel dazu.
In Verantwortung für kommende Generationen wollen wir aber auch das Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen“ in Munderfing noch stärker mit Leben erfüllen. In seinem Sinn ist die ganze Gemeinde ein „Lern-Ort“. Der Waldkindergarten agiert in diesem Zusammenhang schon lange vorbildhaft. Der Weiterbildungs-Schwerpunkt im gerade in der Bauphase befindlichen Projekt „Bräu“ wird neue Akzente setzen.

Im Rahmen der Zukunftsprofil-Erarbeitung ist nun außerdem die Idee entstanden, einen gemeinsamen Standort für Volksschule und Neue Mittelschule zu untersuchen. Da es aber Sinn macht, einem Konzept für die Hardware (gemeinsame Baulichkeiten) ein Konzept für die Software (Inhalte, Strukturen, Kooperationen etc.) voranzustellen, soll mit breiter Beteiligung aller Interessierten ein Munderfinger Gesamtkonzept zu den Themen „Bildung, lebenslanges Lernen und Forschen“ entwickelt werden.
Diese Zukunftsstrategie soll die thematischen Schwerpunkte, auf die wir uns konzentrieren wollen, ebenso beinhalten wie Kooperationsmöglichkeiten zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und engagierten Gruppen. Wir wollen uns mit der Einbindung unserer hochqualifizierten Ausheimischen ebenso beschäftigen wie mit den Räumen, in denen wir zukünftig lernen oder experimentieren wollen.

Infrastruktur, Ressourcen und Mobilität

Lernen findet aber natürlich nicht nur in „realen“ Räumen statt. Der virtuelle Raum Internet hat hier auf vielen Feldern den realen  überholt. Nicht nur vor diesem Hintergrund sollte aus unserer Sicht ein adäquater Anschluss an die Datenautobahn ein Thema der Grundversorgung sein.

Die Versorgung mit „schnellen Daten“ ist aber im ländlichen Raum keine Selbstverständlichkeit. Auch hier geht Munderfing darum neue Wege. Die flächendeckende Breitband-Ausstattung, mit der Gemeinde selbst als Versorger, wird nicht nur dabei helfen, den Unternehmens-Standort oder die Werthaltigkeit abgelegener Grundstücke abzusichern.

Sie wird auch die in Zukunft noch relevantere Versorgung mit einer breiten Palette von Online-Diensten ermöglichen und so ihren Beitrag zu einer hohen Lebensqualität in Munderfing liefern.

Für kommende Generationen übernehmen wir aber nicht nur Verantwortung durch die Versorgung mit schnellen Daten, sondern auch mit nachhaltig produzierter Energie: Dazu werden wir nicht nur weiterhin auf den Wind setzen und das Projekt eines sechsten Windrads vorantreiben, wir wollen verstärkt auch direkt auf die größte Energiequelle überhaupt zugreifen: die Sonne.

Photovoltaik-Anlagen sollen daher nicht nur verstärkt auf öffentlichen Bauten wie unserem Bauhof zum Einsatz kommen. Wir wollen deren Errichtung mit unserem Projekt „Sonnendächer“ auch auf Gewerbebauten und Privathäusern stimulieren: Ziel ist, innerhalb von 365 Tagen 100 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken. Damit elektrische Energie auch verfügbar ist, wenn die Sonne nicht scheint, sollen außerdem 20 Stromspeicher erworben werden.

Die Anschaffungen werden von Privaten bzw. Unternehmen getätigt, durch ein von der Gemeinde beauftragtes Projektteam wird aber eine koordinierte Beschaffung von Komponenten organisiert, durch die Preisvorteile lukriert werden können. Weiters soll dieses Team diese neuen Bausteine in ein Gesamt-Energiekonzept für Munderfing einpassen.

Die Vorteile einer Einkaufsgemeinschaft wollen wir auch beim Thema E-Mobilität nutzen. Wir möchten Munderfinger, die am Kauf bzw. der Nutzung eines Elektroautos interessiert sind, vernetzen. Auch sie sollen in den Genuss der Preisvorteile eines koordinierten Einkaufs kommen. So sollen 30 Fahrzeuge wiederum innerhalb von 365 Tagen erworben werden. Auch zu diesen Themen werden wir demnächst zu Informationsveranstaltungen einladen.

Räumliche Entwicklung

Nachhaltige Mobilität ist jedoch nicht nur eine Frage des Fahrzeug-Antriebs. Kurze Wege, die Möglichkeit, Strecken auf attraktive Art zu Fuß oder am Rad zurückzulegen oder das gemeinsame Nutzen von Verkehrsmitteln sind mindestens ebenso wichtige Aspekte dieses Themas. Solche Themen werden genauso wie die neue Situation durch die Ortsumfahrung oder die Ergebnisse der „Ortskern-ideenwerkstatt“ Inhalte eines umfassenden Verkehrskonzepts für Munderfing sein.

Das beauftragte Büro Verkehrsplaner GmbH aus Wels wird dieses im kommenden Jahr unter intensiver Bürgerbeteiligung erarbeiten.

Am kommenden Gemeindetag (17. März – Neue Mittelschule) wird unser Verkehrsplaner Herr DI Joachim Kleiner aus Wels, über die weitere Vorgehensweise betreffend Verkehrsplanung in Munderfing informieren und wie und wo es Möglichkeit geben wird, sich zu Verkehrsthemen in Munderfing einzubringen.

Die Ergebnisse eines bereits erfolgten Bürgerbeteiligungs-Prozesses – der erwähnten „ideenwerkstatt“ zum Ortskern von 2014 – sollen ab Inbetriebnahme der Umfahrung im Jahr 2018 realisiert werden (Das Werkstatt-Protokoll mit diesen Ergebnissen finden Sie nach wie vor unter: http://munderfing.vorortideenwerkstatt.at).
Im Wesentlichen fasst dieses Konzept unser Ortszentrum als eine Abfolge von kleinen Plätzen auf, die auf unterschiedlichste Art zu Begegnungs-Orten werden. In den nächsten Monaten werden die beauftragten Architekten und Landschaftsplaner dieses Konzept in eine detailierte Planung übersetzen.

Ortsplanung hört aber nicht bei einem attraktiven Ortskern auf. Wir sehen unsere gesamte Gemeinde als Raum, von dessen Qualität unsere zukünftige Lebensqualität abhängen wird. Themen wie die Vermeidung von Leerstand, die Lage der Nahversorger, die Gestaltung des öffentlichen Raums, eine zeitgemäße Baukultur, der Wohnbau oder die Qualitäten der Naherholungsräume hängen unmittelbar zusammen und müssen strategisch und planerisch bearbeitet werden.

Dazu braucht es professionelle Unterstützung  – unter anderem in Gestalt des von uns beschäftigten Ortsplaners. Dazu braucht es aber auch ein Bewusstsein für die Notwendigkeit, die Gestaltung des eigenen Lebensraums aktiv in die Hand zu nehmen und an diese Gestaltung hohe Qualitätsmaßstäbe anzulegen.

Zu alledem braucht es aber vor allem Ihre Mitwirkung. Wir würden uns daher sehr darüber freuen, wenn Sie in den kommenden Monaten und Jahren die Gelegenheiten, unsere Gemeinde mitzugestalten, möglichst oft ergreifen. Die Weiterentwicklung und Umsetzung der anstehenden Projekte wird jedenfalls zahlreiche Gelegenheiten dazu bieten.

Martin Voggenberger
Bürgermeister

Zuständigkeit und Kontakt

Erwin  Moser

Erwin Moser

Amtsleitung, Verwaltung